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altes fieber - pushed again
[28.09.2014] und das allein zählt am schluss ...
läuferInnen, die per zufall mein lauftagebuch mitlesen, wird es schon klar gewesen sein, dass ich nicht aus reinem spass an der freud' in den letzten zwei monaten 5 mal mehr als 30 kilometer am stück gelaufen bin. und auch wenn die woche istanbul anfang september nicht wirklich auf eine ernsthafte vorbereitung hat schließen lassen:
ja ich hab' mich endlich durchgerungen zumindest den versuch zu unternehmen, eine 6 jahre alte offene rechnung zu begleichen, und doch noch meinen fünften marathon zu absolvieren. zumindest vier mal auch wirklich lange läufe hinzulegen, war dabei die unumstößliche vorbedingung, die ich mir selbst gestellt habe.
aber langsam. die zeit ab 2009 war ja nun läuferisch nicht mehr so prickelnd, und nachdem auch der in meinem letzten eintrag hier im Juni 2012 verlautete versuch, wieder in die gänge zu kommen, letztendlich sehr bald auf grund von hüftproblemen gescheitert ist, war ich es endgültig leid, in diesem blog nur mehr meine wehwehchen aufzuzählen.
und es ging auch weiterhin bergab. nachdem ich im september wieder langsam daran glaubte, dass es vielleicht doch wieder aufwärts gehen könnte, warf mich zuerst eine rippenprellung wieder zurück (allzu großer eifer beim familiären tennisdoppel, gepaart mit meiner grundpatschertheit). ende oktober, nach einem wunderschönen kurztrip mit birgit nach wien (mit sehr viel sightseeing und besuch bei robi, der dort zu studieren begonnen hatte), machten mir dann wieder einmal meine lädierten beine einen strich durch die rechnung und bescherten mir gleich ein monat laufpause, das ich mit lockeren spaziergängen und vielen saunabesuchen zu überbrücken suchte.
für die nächste zeit nahm ich mir dann einmal vor, es bei maximal 3-4 läufen in der woche zu belassen, und auch die nur eher kurz zu halten. einfach weil ich keinen bock mehr hatte, alle paar wochen irgendwelche probleme mit meinem geläuf zu bekommen. die blieben in der folge auch tatsächlich aus, auch wenn stattdessen der recht schneereiche winter, probleme mit der linken schulter und der plötzlich eintretende berufliche überlebenskampf ab und an einen strich selbst unter diese rechnung machten.
anfang märz 2013 war ich dann aber doch wieder so weit, dass ich mein pensum zumindest auf fünf läufe steigern wollte, mit einem wochenumfang um die 70 kilometer. ein bisschen hatte ich dabei auch im hinterkopf, mich wenigstens wieder beim 10 km-lauf in parndorf mitte juni zu versuchen. und siehe da mit ende april hab' ich dann auch tatsächlich erstmals wieder die 70 kilometer-marke geknackt und wähnte mich endgültig wieder auf dem weg nach oben. tja, diese marke überlief ich dann auch noch die woche darauf und zack da waren sie auch schon wieder: die beschwerden in der linken hüfte und damit verbunden die nächste laufpause.
bei einem der längeren spaziergänge, die ich dabei absolvierte, sinnierte ich dann endlos über meine lauferei nach, stellte für mich fest, dass ich eben auch nicht gerade jünger wurde, und führte mir vor allem ins bewusstsein, dass mein körpergewicht mit inzwischen wieder 87 kg auch nicht gerade förderlich ist, für größere umfänge. und so beschloss ich hauptaugenmerk wieder einmal auf eine gewichtsreduktion zu legen, mich bis spätestens winter wieder auf ein kampfgewicht von um die 81 zu bringen, und damit zumindest eine mögliche ursache des übels auszuschliessen, das mich da nun jahrelang verfolgte.
gesagt getan. meine dabei nur als unterstützung gedachten wiedereinstiegsversuche ins laufen wurden zwar zuerst durch eine saudämliche handverletzung, und dann durch recht heftige kreuzprobleme gebremst, aber das gewicht ging kleinweise herunter. die andauernde hitzeperiode in den beiden sommermonaten juli und august hinderte mich zudem daran, es läuferisch allzu zu übertreiben.
dafür startete ich september und oktober voll durch, und erreichte in diesen beiden monaten ohne probleme umfänge, die ich nicht mehr für möglich gehalten hätte. mein gewichtsziel war nebenbei mitte september erreicht und alles was ich noch leichter wurde bis zum winter wollte ich nur mehr ohne stress mitnehmen.
die drei wochen laufpause im november waren dann zwar einem sehr unangenehmen umstand geschuldet und mit einem 3-tägigen krankenhausaufenthalt verbunden, hatten aber nichts mit meinem bewegungsapparat zu tun. und so fiel mir der bedachte wiedereinstieg danach auch nicht über die gebühr schwer, und ich wollte einmal das jahr zu einem guten ende bringen und dann voller elan ins neue jahr starten. das gelang läuferisch bis auf kurz auftretende leichte schmerzen in der schienbeinmuskulatur recht gut. auch dem wenig erbaulichen jahresausklang mit den gesundheitlichen problemen meiner frau, und den beruflichen turbulenzen, die die ersten monate 2014 bestimmten, konnte ich mit meiner lauferei mental gut begegnen. als ich dann im frühjahr von luki und jenni erfuhr, dass ich anfang november opa werden sollte, martin nach beendigung seines studiums im letzten jahr einen job gefunden hatte, und auch die studentischen leistungen von robi weiterhin hervorragend waren, war aber auch wirklich alles wieder auf schiene. und so nahm ich dann - nach nicht mehr für möglich gehaltenen umfängen in der ersten jahreshälfte - schon einen ersten leisen gedanken an einen marathonstart im herbst mit ins burgenland, um meine laufleistung auch über den wohlverdienten sommerurlaub zu bringen. zielvorgabe dafür waren, wie schon eingangs erwähnt, die mehrmalige überwindung der (seit august 2009 nicht mehr erreichten) 30 kilometer-marke bis ende september.
und so sitz ich nun hier (mit nunmehr 75 kg) bei angenehmem herbstwetter am balkon, habe mich soeben für den grazmarathon am 12.10.2014 angemeldet, und noch keinerlei plan, was ich mir für den lauf vornehmen sollte. zuallererst einmal durchlaufen und die rechnung begleichen, na klar. ein marathon ist ein marathon ist ein marathon und muss mit seinen 42,195 kilometern überhaupt erstmal zu ende gelaufen werden. und ja, die trainingsleistungen sprechen auch nicht unbedingt dafür, dass der fünfte marathon mein langsamster werden muss. aber ich werde jetzt erstmal 2 wochen lang brav tapern, und das ereignis auf mich zukommen lassen. und was auch immer dabei herauskommen wird, egal ob ich deutlich langsamer bin als erhofft, ja selbst wenn ich es überhaupt nicht schaffe ins ziel zu kommen. eines habe ich jedenfalls wieder erreicht heuer:
ein unglaubliches laufpensum zu absolvieren. nicht immer mit einem lächeln auf den lippen zwar, aber doch ohne körperlichen probleme, und vor allem auch mit der notwendigen freude an diesem sport. und das allein zählt am schluss.
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