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ein neues jahr, ein neues glück
[30.01.2011] zumindest der ernsthafte versuch eines wiederaufbaus ...
nachdem der winter nicht mehr losließ, gab ich zuerst einmal das walken auf, weil mein übliches gelände einfach nur mehr schwer begehbar war, und ersetzte diese einheiten durch schwimmen. aber auch das laufen gestaltete sich deutlich mühsamer, weil irgendwie immer wieder neuschnee fiel und die schneeräumung so ganz und gar nicht in einem maße funktionierte, das das laufen gut möglich machte. als es dann um den 14. dezember herum auch noch eiskalt wurde, begann dann noch mein linker oberschenkel wieder zu zicken, was zwar beim schwimmen keinerlei probleme verursachte, aber das laufen ab dem 17. dezember unmöglich machte. an diesem tag quälte ich mich ein letztes mal im alten jahr mühsam für 6 kilometer durch die gegend, musste aber wieder einmal erkennen, dass das so keinen sinn machte. so verbrachte ich das restliche jahr nur mehr mit fast täglichem schwimmen - zumeist zwei kilometer - und den 2 saunabesuchen pro woche. zwei mal schnallte ich mir zwar probeweise zwischendurch die laufschuhe an, musste aber schon nach wenigen metern zur kenntnis nehmen, dass der oberschenkel noch nicht so weit war.
silvester verbrachten birgit und ich alleine zu hause, dementsprechend war ich am 1. jänner einigermaßen ausgeschlafen und wollte diesen umstand zu einem neuen laufversuch nutzen. und siehe da, nach sechs kurzen kilometern folgende erkenntnis: mein altes sorgenkind, die rechte ferse, war überhaupt nicht mehr zu spüren, und der linke oberschenkel zickte zwar, aber in einem machbaren rahmen. so beschloss ich mit afang der nächsten woche meinen nächsten wiederaufbauversuch zu starten: vier laufeinheiten ergänzt mit drei mal schwimmen und den schon gewohnten saunabesuchen am donnerstag und am sonntag.
montags und mittwochs war der zustand des oberschenkels zwar immer noch problematisch, aber er verschlechterte sich nicht, sondern wurde während des laufens eher besser. so konnte ich die 8 bzw. 10 kilometer zwar mühsam, aber doch gut über die bühne bringen. am freitag hatte ich von anfang an kaum probleme damit, und so dehnte ich den lauf spontan von 10 auf 14 kilometer aus. das war zwar gegen ende sehr mühsam, aber nachdem ich am samstag dann wieder etwas kürzer trat, nahm ich sonntags auch noch 8 kilometer im betont langsamen tempo in angriff.
und siehe da: meine erste wiedereinstiegswoche brachte mich auf 54 kilometer bei fünf läufen, und machte mich selbst vorsichtig jubeln! zumal ich dennoch auch die drei schwimmeinheiten wie geplant mit zumindest zwei kilometern absolvierte.
auch die nächsten beiden wochen behielt ich den rhythmus mit 5 lauf- und 3 schwimmeinheiten bei, und konnte den umfang zuerst auf 60 und dann auf 64 kilometer pro woche steigern, wobei ich den langen lauf zuerst auf 16,5 und dann auf knapp über 18 kilometer verlängerte.
und so wollte ich eigentlich schon letzte woche wieder einen eintrag hier machen, wenn nicht schon wieder dunkle wolken am horizont aufgezogen wären:
in der nacht von freitag auf samstag war ich nämlich mit schmerzen in der rechten hüfte aufgewacht, die mich zwar dann tagsüber beim langen lauf nicht wirklich beeinträchtigten, dafür aber auch meinen schlaf in der nacht auf sonntag empfindlich störten. nächste nacht dasselbe bild, und so war ich mir diesen montag trotz 12 gelaufener kilometer nicht wirklich sicher, wie es weitergehen würde. am dienstag war der schmerz irgendwie auf die ganze rechte seite ausgeweitet und nicht mehr wirklich lokalisierbar. so verzichtete ich zumindest einmal auf die vorgesehene schwimmeinheit. mittwochs gab's dann wieder etwas neuschnee, und der rutschige boden samt schlafbedingter müdigkeit machten die 10 kilometer zu den mühsamsten im neuen jahr. am donnerstag schwamm ich (allerdings zeitbedingt) nur 60 statt 80 längen und am freitag waren die schmerzen auf einmal so plötzlich verschwunden, wie sie gekommen waren, ein segen.
geblieben war nur die müdigkeit, verursacht durch die schmerzbedingten kurzen nächte. aber der lauf selbst war dennoch lockerer als erwartet, wenn auch ein wenig kürzer als geplant.
und so wurde der gestrige lauf zur nagelprobe für den wiedereinstieg:
wie schon die letzten beiden samstage lief ich sehr skeptisch los, im gedanken daran, ob ich die angestrebte distanz überhaupt schaffen könnte. denn egal ob jetzt tatsächlich physisch oder nur psychisch bedingt, war's auch gestern wieder von anfang an irgendwie schwerer als gewohnt. und so kam mir der innere schweinehund auch ordentlich ins gehege, bei meinem versuch erstmals seit sehr langer zeit wieder mehr als 20 kilometer zu laufen.
zwar hatte ich mir den lauf von anfang an für diese distanz eingeteilt, aber im hinterkopf schwang immer die überlegung mit, jederzeit abbrechen zu können, wenn es einfach nicht mehr gehen sollte. nach der ersten runde konnte ich schweini noch locker überlaufen, aber bei der entscheidung die 4-kilometer gösserradl anzulaufen, oder doch schon früher abzubiegen und es bei 16,5 kilometern zu belassen, musste ich schon ganz ordentlich mit ihm kämpfen. und das letzte viertel des laufs war dann ohnehin nur mehr der versuch, wenigstens den nächsten kilometer noch gut über die bühne zu bringen. auf dem letzten kilometer musste ich mich letztendlich quälen wie schon lange nicht, um schweinis aufforderung, einfach stehen zu bleiben, doch noch zu widerstehen.
zu hause war ich dafür auch entsprechend zerschlagen und müde, aber dennoch mehr als nur zufrieden. war doch das geschafft, was ich mir anfangs dieser woche so gar nicht zugetraut hatte, ob der schmerzen in der rechten seite.
der umstand, dass der heutige betont langsame lauf sich dennoch besser anfühlte als letzten sonntag, und ich auch die zwei kilometer schwimmen gewohnt routinemäßig herunterspulen konnte, stimmt mich dann rückblickend sehr postiv, was die ersten vier wochen meines wiederaufbaus betrifft. ich werde diesen rhythmus auch die nächsten vier wochen beibehalten, und höchstens versuchen (nur wenn's weiter so gut läuft), die umfänge ein klein wenig zu steigern (langer lauf bis ende des nächsten monats auf 25 kilometer), und vielleicht zwei, drei einheiten bewußt intensiv statt extensiv zu laufen.
richtiges tempo und gedanken an einen wettkampf wird es aber erst dann wieder geben, wenn ich diese umfänge gut im griff habe und auch keinerlei probleme damit bekomme. und das sehe ich dennoch als riesigen fortschritt an, gut so!
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