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und täglich grüßt das murmeltier
[28.03.2010] ich finde den ausstieg aus dieser endlosschleife nicht ...
dabei verlief der restliche februar wirklich gut. in der ersten woche schaffte ich es - vom wärmeren wetter angetrieben - täglich laufen zu gehen und absolvierte auch einen langen lauf über 26,75 kilometer, der mich stolz und glücklich machte, weil ich dabei meinen inneren schweinehund bestens im griff hatte. 100 kilometer waren der wohlverdiente lohn und abgesehen davon, dass das tempo fehlte, ging es mir sehr gut dabei. die woche darauf schaffte ich es sogar, mittwochs eine durchaus zufriedenstellende tempoeinheit zu absolvieren. an meinem plan, am wochenende wieder einmal mehr als 60 kilometer zu erlaufen (wie in früheren zeiten sehr oft praktiziert), scheiterte ich aber. nicht kläglich, sondern vor allem weil mir die vernunft am samstag anderes signalisierte. dennoch war ich weitgehendst zufrieden und freute mich auf die anstehende entspannungswoche, die ich mir durchaus verdient hatte.
montags noch selbstzufrieden, vernünftig und langsam genug, schaffte ich es bis freitag nicht mehr, mich auch nur annähernd zu motivieren. der neuerliche kälteeinbruch lähmte meinen sonst unbändigen willen zur bewegung vollkommen. zwar machte ich am wochenende dann noch einiges an kilometern gut, aber irgendeine motivation ernsthaft zu trainieren kam nicht annähernd auf. kein bock, kein ziel und auch körperliches unbehagen bremsten mich in diesen tagen ein. die woche darauf erwischte mich dann ab dienstag abend auch noch eine erkältung, und so dauerte es bis zum sonntag, dass ich bei endlich wärmer werdenden wetter wieder einigermaßen motiviert auf die laufstrecke ging. einigermaßen motiviert deswegen, weil ich zwar jeglichen gedanken an einen guten halbmarathon oder marathon im ersten halbjahr verworfen hatte, dafür aber fest entschlossen war, mich ab montag wieder streng nach (halbmarathon)plan auf den 10er im juni in parndorf vorzubereiten, und damit auch wieder den einstieg in ein motiviertes und geregeltes training zu finden. so wagte ich gegen ende des laufes einen 1500-tempotest, um wenigstens eine grobe vorstellung meiner momentanen möglichkeiten zu haben. der war mit einer pace von ungefähr 4:20 besser als erwartet und so habe ich mir dann eine 44:00 als zielzeit in den trainingsplan eingetragen, und auch nur maximal fünf trainingstage festgelegt. schließlich wollte ich mich langsam und vorsichtig genug an alte leistungen herantasten.
am montag waren dann die 1500-3000-1500 mit je 1000 metern trabpause auf dem programm, und ich verspürte erstmals wieder so richtig lust und laune, mich wirklich zu fordern. der 3000er ging mit 4:32 nicht wesentlich langsamer als die 1500 davor, auch wenn ich mich gegen ende schon ganz schön strecken mußte. aber mich beflügelte der umstand, dass ich zwar sehr viel langsamer als in besseren zeiten, aber doch mit dem nötigen nachdruck unterwegs war. und auch bereit, um jede sekunde zu kämpfen, und nicht sofort wieder wehleidig der aufkeimenden erschöpfung nachzugeben. die trabpause tat gut, und mit neuer kraft startete ich in die letzten 1500 meter. ich genoss die anstrengung bis zu dem moment, als ich wieder einen stich im rechten oberschenkel verspürte. ich war schon am stehen bleiben, merkte aber, dass es so schlimm dann doch nicht war, konnte die letzten 700 meter mit druck fertig laufen, und danach ohne besondere einschränkung heimtraben. natürlich spürte ich den oberschenkel, aber ich hatte doch noch die hoffnung, dass der nicht allzu sehr beleidigt war. dienstag war ohnehin ruhetag, und so versuchte ich auch die tempoeinheit am mittwoch zu laufen. die kurze treppe (3000-2000-1000) stand am programm und ich hatte vom tempo und von der ausdauer her auch kein problem, die 3000 meter in etwas schnellerer pace durchzulaufen. während der trabpause machte mir mein oberschenkel aber deutlich, dass er sich noch nicht in der lage sah, auch die restlichen stufen durchzudrücken, und so beendete ich die einheit, bevor ich mich noch ernsthafter kaputtlief. der freitag und der samstag waren dann auch sehr mühsam zu laufen, weil der oberschenkel eine runde bewegung einfach noch nicht möglich machte, und so beließ ich es bei jeweils 10 kilometern. am sonntag fühlte sich das ganze dann schon wesentlich besser an, und so kehrte ein wenig der glaube zurück, dass ich bei der nötigen vor- und umsicht mein geplantes trainingsprogramm abspulen kann.
tja, am montag brach ich also zu einem flotten dauerlauf auf und es fühlte sich anfangs auch wieder wunderbar an. aber nach 2000 metern schoss mir ein krampf in den rechten unterschenkel ein, der mir ein weiterlaufen unmöglich machte. hatte ich es also scheinbar doch wieder geschafft, durch schonhaltung und fehlbelastung eine neue baustelle auf zu machen. mittwochs war ich dennoch wieder auf dem sprung in die laufklamotten, ging dann aber doch lieber zusammen mit robi eine frühjahrsjacke kaufen, nachdem das wetter ordentlich warm geworden war. freitags schaffte ich es dann zwar durch rechtzeitige herausnahme des tempos ein neuerliches verkrampfen der wade zu verhindern, aber das ganze am samstag zu wiederholen, wäre unmöglich gewesen. so mußte ersatzweise ein langer spaziergang herhalten, bei dem die wade keinerlei probleme bereitete.
heute sitz ich hier beim schreiben dieser zeilen und weiss nicht, ob ich einen laufversuch starten soll (ohnehin nur ganz langsam, so wie es heute auf dem programm stünde), oder nicht doch lieber nur einen ausgedehnten spaziergang mache. zweiteres wird's wohl werden, weil ersteres doch wieder nur zu einer fehlbelastung und damit zu neuen problemen führen könnte, an die ich gar nicht denken mag. und so bin ich mit meinem latein ganz grundsätzlich am ende. weder wenig laufen, noch langsames laufen, noch sonstwas haben meine läuferische krise beendet. ging es einmal ein paar wochen wirklich gut, folgte unweigerlich der nächste rückschlag und zwar nicht auf irgendwelche überbelastungen hin, sondern meistens zu einem zeitpunkt, als ohnehin entlastung angesagt war. schaut fast so aus, als wäre der einzige ausweg gar nicht mehr ernsthaft zu laufen, mich von den gedanken an marathon und co endgültig zu verabschieden, und dieses "lauftagebuch" für immer zu schließen, in dem ohnehin schon lange nichts mehr positives zum thema zu lesen ist. ich kann dann ja immer noch drei- bis viermal die woche ein paar kilometerchen schön langsam und körperschonend vor mich hintraben und dabei an frühere zeiten denken.
aber will ich das?
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