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das ewige auf und ab setzt sich auch heuer nahtlos fort
[14.02.2010] aber man gewöhnt sich ja an alles ...
nachdem ich mir sonntags nach niederschrift des letzten eintrags erstmals überhaupt in meiner läuferkarriere einen wadenkrampf (rechts) eingehandelt hatte, startet der neubeginn mit einem ruhetag. den nehme ich in anspruch, um nicht gleich die nächste baustelle in meinem körper aufzumachen. ab dienstag läuft's dann aber so recht und schlecht und ich bringe diese erste, noch tempolose woche mit 62 kilometern einigermaßen gut über die bühne.
montags ist dann der erste dauerlauf im neuen jahr angesagt, und auch der gelingt mir bei mehr als nur schwierigen bodenbedingungen ganz gut. auf den letzten kilometern treffe ich dabei einen ehemaligen arbeitskollegen, herbert, der auch wieder läuft und mit dem ich ein nettes plauscherl halte. kostet mich zwar etwas tempo, aber das ist schon gut so, weil ich ohnehin etwas zu schnell unterwegs war. dienstags mache ich wieder von der möglichkeit gebrauch, einen ruhetag einzulegen. dafür gelingt mir die erste tempoeinheit am mittwoch auch gegen jede erwartung wirklich gut, trotz der immer noch bescheidenen bodenverhältnisse. die drei läufe am wochenende erfülle ich ebenfalls nach plan, und so kann ich die erste wirkliche trainingswoche im neuen jahr mit 82 kilometern als gelungen abhaken, auch wenn ich noch weit weg bin von alten zeiten und taten.
den dauerlauf am montag darauf absolviere ich etwas schneller als geplant, und bereue dabei meine entscheidung nicht, auf's schnelle tempo einstweilen zu verzichten. denn auch das dauerlauftempo ist im moment noch nicht wirklich ein selbstläufer. um wieder einmal auf sechs trainingstage zu kommen, laufe ich auch am dienstag etwas mehr als 10 kilometer, und auch wenn die nicht besonders leicht fielen, der tempolauf am mittwoch erfolgt zu meiner vollsten zufriedenheit. vor allem, weil ich die zusätzliche temporeduktion, die noch am plan stünde, nicht in anspruch nehmen muss. ruhetag und saunabesuch am donnerstag bringen die entsprechende erholung und wieder einmal bin ich birgit dankbar, dass sie mir diese art der entspannung vor gut zwei jahren wieder schmackhaft gemacht hat. ich liebe es einfach, das wochenende auf diese art und weise voreinzuläuten und möchte auf diesen fixen wochenbestandteil in den wintermonaten nicht mehr verzichten. freitag bin ich übermütig genug, dass ich den vorgesehenen lauf sogar um ein paar kilometer ausdehne, und der lange lauf am samstag über 27 kilometer gelingt mir dennoch ganz gut und vor allem ohne den großen widerwillen, den ich im letzten jahr so oft verspürte. am sonntag ritt mich dann endgültig der teufel: anstatt den üblichen kurzen regenerationslauf zu machen, entschloss ich mich vorab 9 schnellere kilometer als steigerungslauf zu absolvieren, und erst dann sechs wirklich langsame kilometer anzuhängen. ein absolutes novum, dass mir am sonntag nach dem langen lauf überhaupt tempo möglich ist, aber ich fühle mich einfach blendend. ein weiterer saunabesuch mit birgit rundet diese hervorragende trainingswoche bestens ab. und selbst wenn die 100 kilometer und die art, wie ich sie erlaufen habe, wieder nach sinnloser übertreibung ausschauen: an diesem sonntag abend war ich das laufen betreffend so gut drauf und zuversichtlich, wie schon lange nicht mehr.
kurz nach mitternacht wachte ich dann mit pochenden zahnschmerzen auf, und somit war an schlaf für diese nacht nicht mehr zu denken. so fand ich mich um halb acht als schmerzpatient am behandlungsstuhl meines zahnarztes wieder, der mir ohne zu zögern gleich das kiefer einspritzte. das anschließende panoramaröntgen offenbarte, dass zwei zähne nebeneinander betroffen waren, und zwar nicht in der krone sondern in den wurzeln, was es durchaus möglich machte, dass man sie ziehen müßte. nach insgesamt 1 1/2 tapfer durchgehaltenen stunden war der erste zahn wurzelbehandelt und vorläufig gerettet. der zweite sollte in drei wochen folgen, zu jenem termin, den ich mir ohnehin schon letzte woche gecheckt hatte. trotz meiner müdigkeit brachte ich den dauerlauf am abend einigermaßen gut hinter mich und in der nacht konnte ich tief und fest durchschlafen. obwohl am nächsten tag dennoch die müdigkeit erst so richtig durchschlug, lief ich auch am dienstag planmäßig, wenn auch zusätzlich neuschneebedingt einigermaßen mühsam. in der nacht waren dann die zahnschmerzen wieder da, ich konnte aber diesmal wenigstens in den frühen morgenstunden wieder einschlafen. so begab ich mich am vormittag neuerlich in die fänge meines zahnarztes, der mich gleich dran nahm und auch den zweiten zahn einstweilen erfolgreich wurzelbehandelte. diesmal ließ ich mir aber schmerzmittel verschreiben, um die nächsten tage einigermaßen sorgenfrei zu überstehen. am nachmittag war es mir dann unmöglich, das geplante tempo zu laufen, und nach 9,5 kilometern zollte ich endgültig den anstrengungen der letzten tage tribut, und brach reichlich erschöpft vorzeitig ab. der ruhetag am donnerstag samt saunabesuch waren eine echte wohltat und freitags war von meinen zähnen erstmals wieder einmal kaum etwas zu spüren. so brach ich am nachmittag relativ ausgeschlafen, mit gefühlt lockeren beinen und bestens motiviert zum geplanten dauerlauf auf. nach 500 metern erste alarmglocken, nach 800 metern war der lauf zu ende. mein rechter oberschenkel versagte mir mal wieder seine dienste. frustriert schlich ich nach hause und überlegte kurz, ob die letzte woche nicht doch zuviel übertreibung war und schuld an den neuerlichen problemen. aber das wollte mir nicht so recht einleuchten, so gut wie es mir dabei ergangen war. und so kam ich zu dem schluss, dass wohl der mittwoch als sündenbock herhalten muss. scheinbar war mein körperempfinden durch die schmerztabletten derart beeinträchtigt, dass ich nicht merkte, wie sehr mir der versuch trotz vollkommener erschöpfung soviel tempo wie möglich zu machen schadete. wie auch immer, am nächsten tag schlüpfte ich wieder in meine laufklamotten, aber schon nach wenigen metern sah ich ein, dass ein spaziergang mit meiner frau an diesem tag jedenfalls dem laufen vorzuziehen war. am sonntag brachte ich meinen regenerativen lauf zwar irgendwie zu ende, aber die quälerei dabei machte mir klar, dass ich an einer zumindest kurzen laufpause nicht vorbeikommen würde. zurück an den start also wieder einmal, was soll's.
am montag und dienstag ging ich also brav mit birgit spazieren. etwas, das ja durchaus nicht negativ zu bewerten ist, tu ich es ja wirklich gerne, wenn die zeit dafür bleibt. mittwochs überlegte ich kurz, ob ich ein kurzes läufchen wagen sollte, verwarf den gedanken aber wieder. und donnerstags war sowieso wieder unser heiss herbeigesehnter saunatag. am freitag fühlte ich mich dann bereit für einen ersten laufversuch. der gestaltete sich zwar über die gebühr mühsam, aber mich tröstete der gedanke, dass das nach einer laufpause eigentlich immer so war. nach etwas mehr als 9 kilometern übersah ich mit müden beinen an einer ziemlich dunklen stelle eine bodenunebenheit und verstolperte mich derart, dass ich, beim versuch nicht hinzufallen, scheinbar alle beteiligten muskeln verkrampfte. den lauf also sofort abgebrochen und beim mühsamen heimhatschen schossen mir vor wut und verzweiflung ein paar tränen in die augen. in der nacht hatte ich furchtbare probleme aufzustehen, als ich einmal für kleine jungs mußte, und so war mir letztendlich ein wettermäßig vollkommen trübseliger samstag der einzige trost, nicht laufen zu können. aber ein spaziergang mit birgit mußte trotzdem sein, denn an dir frische luft wollte ich jedenfalls. am sonntag fühlte ich mich wider erwarten gar nicht so schlecht, und so wagte ich den versuch eines regenerativen laufes. den trabte ich diesmal ohne probleme zu ende, obwohl er wieder ordentlich mühsam und anstrengend war. am montag erging es mir dann schon wieder spürbar besser, und so brachte ich in dieser wiedereinmal wiedereinstiegs-woche alle sechs geplanten läufe mit insgesamt 82 kilometern einigermaßen gut über die bühne.
so richtiger optimismus für die nächsten regulären trainingswochen will sich an dieser stelle dennoch nicht einstellen. das vertrauen in die belastbarkeit meines körpers, das ich vor zwei jahren noch uneingeschränkt hatte, ist durch die vielen rückschläge einfach nicht mehr da, und ich habe keine ahnung, ob es je zurückkehren wird.
was hilft's, wichtig ist, dass ich laufe und des laufens auch nicht annähernd überdrüssig bin. alleine das zählt einstweilen.
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