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[30.09.2007] Berlin Marathon
an der spitze weltrekord, im feld stop and go vom start bis ins ziel ...
berlin, berlin. jene pulsierende, facettentreiche, fast irrwitzige und doch freundliche metropole, die noch viel genauer zu erkunden sich birgit und ich schon vor jahren bei unserem ersten kurzbesuch vorgenommen hatten. auch wenn damals natürlich von marathon & co noch keine rede war. wenn ich all die fast ausnahmslos positiven eindrücke festhalten wollte, die wir in dieser woche so gesammelt haben, würde ich wohl fast endlos schreiben und nur ein kleiner teil davon hätte mit dem laufen selbst zu tun. also konzentriere ich mich auf das wesentliche.
als wir freitag nach 10 uhr die deutsche grenze mit dem auto passierten, regnete es dort aus vollen kannen und das sollte bis berlin auch noch schlechter werden. aber auch, dass wir ab dem potsdamer dreieck nur mehr im schritttempo in den wedding kamen, hat birgit und mich überhaupt nicht gestört. und so fielen wir knapp vor 18 uhr endlich janine um den hals, bei der wir den ersten abend schlafen würden, da unsere pension erst ab samstag ein zimmer frei hatte. ich warf mich schnell in die laufsachen und drehte eine kurze aber wunderbar angenehme runde im regen von berlin und schüttelte damit die lange autofahrt ab. danach holten wir drei pepperl und petra vom vielbestaunten neuen bahnhof ab, um unsere sommerurlaubs-gemeinschaft zu komplettieren. dabei frischten wir unsere alte liebe zu u-bahn und s-bahn wieder auf, die birgit und ich ob der beobachtungsmöglichkeiten und der vielen verschiedenen charaktere, die man dort so antrifft, so sehr mögen. nach einem guten essen bei schradders, bei dem ich auch wieder das ausgezeichnete berliner pils schätzen lernte, ließen wir den abend in bester burgenlandmanier mit ein, zwei achterln rotwein ausklingen, den pepperl extra aus kassel mitgebracht hatte.
nach tiefem und ausreichendem schlaf und einem kurzen frühstück, entschlossen sich birgit und ich, erstmal die marathonmesse aufzusuchen, um dort meine startunterlagen zu besorgen. diese vermittelte mir, neben der vielzahl an ausstellern, dem reichlichen angebot und der nike free, die ich dort endlich zu gesicht bekam und auch kaufte, eine erste vorstellung dessen, was 40.000 teilnehmerInnen an einem marathon bedeuten könnten. ein unglaubliches gewusel an menschen, die aber allesamt dennoch nicht allzu lange auf die orangen startsackerln warten mußten, weil die organisation des ganzen doch sehr professionell zu sein schien. einzig das verifizieren des zeitmessungschip bedeutete, sich kurz in eine längere schlange einzureihen und sich so an das sonntägliche gedränge zu gewöhnen. zurück im wedding packten wir unsere sieben sachen und bezogen das zimmer, das uns janine dankenswerter weise aufgetrieben hatte, und erlebten wohl unsere einzige herbe enttäuschung. das ganze präsentierte sich als furchtbar kahles unding mit 2 betten, tisch und schrank und lud nicht wirklich zu längerem verbleib ein. mehr als schlafen und duschen wollten wir hier aber ohnehin nicht und so machte ich mich ein zweites mal zu einer kurzen weddingrunde auf, um meine beine noch einmal an den ursprünglichen zweck unseres hierseins zu erinnern. danach starteten wir zu fünft in richtung brandenburger tor, um das start-/zielgelände des marathons ein wenig zu erkunden, kamen genau richtig zum mini-marathon der berliner schulen und fanden uns schlussendlich am potsdamer platz wieder, in dessen nähe ich sonntags bei kilometer 37 die letzte unterstützung durch die anfeuerung meiner frau und unserer bekannten erfahren sollte. nach einem kaffee im sonycenter trennten sich vorerst unsere wege und birgit und ich verbrachten den abend, nach einiger planloser sucherei, bei einem von janine empfohlenen italiener, dem wir ob seines absolut köstlichen essensangebots bis auf einen abend - ebenso wie dem schradders - die treue hielten. danach im elend unserer pension angekommen las ich noch ein wenig in der marathonbroschüre, um für den sonntag bestens gerüstet zu sein, und brauchte sehr lange, bis ich endlich in einen tiefen, aber doch recht kurzen schlaf versank.
das aufstehen am sonntag um 6 uhr fällt mir dennoch leicht und ich fühle mich alles in allem recht wohl. ertsmals bringe ich meine startnummer schon "zu hause" am laufshirt an und ziehe auch schon teile der laufbekleidung über, damit ich nicht allzu viel zeit mit dem umziehen im startgelände verbringen muss. um 6:30 gibt es frühstück, das nebenbei erwähnt immer recht gut war, und bei dem ich so manche andere starterInnen des marathons ausmache. danach zurück aufs zimmer, wo ich auch meinen obligatorischen klogang erledigen kann (was mich mich immer wieder aufs neue wundert, dass das an einem wettkampftag so bestens klappt). das laufshirt mit startnummer wird übergezogen, die laufjacke umgehängt und ich verabschiede mich von birgit, die mich erstmals nicht zum startgelände begleiten, sondern um 9 uhr den start bei janine im fernsehen verfolgen wird, um sich erst danach richtung potsdamer platz und kilometer 37 aufzumachen. eine weise entscheidung, weil der start für zuseherInnen im fernsehen wohl noch beeindruckender ist und sie mich ohnehin nicht ins startgelände hätte begleiten können. in tiefen gedanken versunken schlendere ich in gewissen abstand vier anderen teilnehmern nach und bemerke erst gar nicht, dass mich deren weg zu einer völlig anderen u-bahnstation führt, als jene, die wir sonst immer aufsuchten. entgegen meiner befürchtungen ist die u-bahn wenig besetzt und so kann ich mich setzen und die anderen läuferInnen begutachten, die - alle mit dem orangenen startsackerl versehen - die fast einzigen fahrgäste darstellen. kein wunder um diese frühe uhrzeit. erst am bahnhof friedrichstraße nimmt die anzahl der läuferInnen drastisch zu und schwillt bis zum reichstag und dem startgelände zu einer unüberschaubaren masse an menschen an. ich gehe ganz gemütlich, bleibe zwischendrin immer wieder stehn, rauche ein paar zigaretten und beobachte argwöhnisch den himmel, der - gerade noch fast wolkenlos - auf einmal von dunklen gewitterwolken verhangen wird. die wetterprognose hatte an sich bestes marathonwetter versprochen und gleich vorweg genommen das gewitter verzog sich und es blieb trocken. noch vor dem eingang in den start-/zielbereich entledige ich mich meiner jeans, packe sie ins startsackerl und dehne mich ausreichend. es ist noch klar vor 8 uhr. im startbereich angekommen, sondiere ich zuerst, wo die kleiderabgabe für meine startnummer genau ist, und stelle mich dann in eine der vielen reihen zu den dixies an. dort in der reihe werden vor allem die läuferInnen mit den hohen startnummern immer wieder vom platzlautsprecher dazu aufgefordert, ihren kleidersack abzugeben, um rechtzeitig zum start zu kommen. aber gut ding braucht eben weile und als ich das dixie verlasse sind gut 20 minuten vergangen. immer noch zeit genug. ich schlendere langsam weiter zur kleiderabgabe, zünde mir noch schnell eine letzte zigarette an, werde von einem italiener belehrt (was auch immer er mir sagen wollte, es hatte wohl mit meinem zigarettenkonsum zu tun) und lasse mich von der menschenmasse langsam in richtung startblock treiben. beim weg durch die weitschweifenden grünanlagen stelle ich fest, dass ich mir meinen genierer das dixieklo betreffend hätte sparen können: noch nie in meinem leben habe ich eine derartige masse gesehen (in erster linie natürlich männlein, aber auch dutzendschaften von frauen), die da an jedem freien platz hecke und in der wiese unbekümmert und ungeniert ihr kleines geschäftchen verrichten. läuferInnen sind anders, zumindest hier in berlin! ;-)
endlich am startblock angekommen ärgere ich mich ein klein wenig, dass sehr viele läuferInnen nicht dem aufdruck ihrer startnummern folgen und sich in den falschen block begeben, was organisatorisch bei dieser menschenmasse unmöglich zu verhindern ist, was aber bedingt, dass ich auch 5 minuten vor 9 uhr noch nicht einmal wirklich auf der straße stehe. irgendwie zwinge ich mich doch noch in die startaufstellung, die so dicht gedrängt ist, dass man kaum die hände in die höhe nehmen kann, um den countdown mit einzuklatschen. erst nach dem startschuss lockert sich diese ein wenig auf, weil es scheinbar auf der 2. straßenspur weniger verkehr gibt und viele läuferInnen (so auch ich) auf diese ausweichen. wie man am start dann ins rennen kommen soll, ist mir zu diesem zeitpunkt jedenfalls noch nicht klar. die aufsteigenden luftballons lassen mein herz dennoch höher schlagen und nach gut 5 minuten gedrängle drücke ich meine stoppuhr ab und - siehe da - kann tatsächlich einigermaßen zu laufen anfangen. die teilung des starterfeldes um die siegessäule herum bringt mir tatsächlich den kick, den ich mir so vorgestellt hatte, auch wenn von den publikumsmassen zu diesem zeitpunkt so gut wie gar nichts zu sehen ist (die werden auch alle vorm fernseher sitzen, denke ich mir). gut gelaunt beschäftige ich mich einstweilen damit, zwischen all den vielen läuferInnen hindurch zumindest einmal meinen weg zu finden, laufe kleine teile schneller, wenn ich platz habe, und muss wieder abbremsen, wenn sich vor mir erneut eine undurchdringbare menschenmauer aufbaut. den ersten kilometer passiere ich so bei 5:01 und versuche aufs tempo zu drücken, um die verlorene zeit wieder aufzuholen. ich hatte mir vorgenommen mit bewährter taktik (behutsame erste 17 km, dann 17 km tempo erhöhen und die letzten 8 km einfach schauen, dass ich ins ziel komme) wenn geht unter 3:25 zu laufen und brauchte dazu doch kilometerzeiten klar unter 5:00. der zweite kilometer war auch wirklich deutlich schneller (4:44) aber schon der dritte brachte mich wieder über 5:00, bedingt durch verengungen der straße, die das feld noch dichter machten. so bin ich die ersten kilometer nur damit beschäftigt, zu versuchen, verlorene zeit wieder aufzuholen, nur um gleich darauf schon wieder durch ewiges stop and go (nicht ganz so krass, aber doch so ähnlich) zeit zu verlieren. der guten laune ist das dennoch nicht abträglich, denn die vielen läuferInnen um mich lassen mir einfach nicht ein bißchen luft, um schon jetzt in meinen körper zu horchen, auch wenn mir schon klar ist, dass das ewige beschleunigen, wenn platz frei ist, auch kraft kosten wird, die mir am ende fehlen könnte. die 10 km-durchgangszeit ist trotzdem auf linie für eine zeit knapp unter 3:25 und so nehme ich erstmals auch ein isotonisches getränk auf. auch dieser vorgang ist ob der masse an menschen bei weitem komplizierter, als bisher gewohnt, weil mit zusätzlichen drängereien - mal stehenden, mal gehenden, mal bremsenden, mal beschleunigenden läuferInnen - verbunden, und erfordert meine volle konzentration. der zustand ändert sich auch auf den nächsten kilometern nicht aber ich lerne immer besser damit umzugehen, und so schaffe ich es dennoch wieder, wie schon bei den ersten beiden marathons, nach kilometer 17 mein tempo ein wenig zu erhöhen. inzwischen nimmt auch die menge an zuschauerInnen deutlichst zu und auch die ersten trommlergruppen, musikbands und sonstiger lärm aus der dose sorgen zunehmend auch am strassenrand für buntes treiben und partystimmung. es läuft also alles in allem bestens und zu diesem zeitpunkt durchaus euphorisch, wenn auch mein tempo immer noch mehr oder weniger fremdbestimmt ist und meine volle aufmerksamkeit den vielen ausweichmanövern gilt. bei kilometer 20 bin ich zwar immer noch im rennen für eine zeit knapp unter 3:25 verabschiede mich aber endgültig von einem insgeheim erträumten noch schnelleren ergebnis. die labestelle kostet wieder nerven und zeit und ich finde mich bei der halbmarathongrenze bei exakt 1:42:30 wieder, sprich um mein zeitziel zu erreichen, muss ich ein negative splitting laufen. der trubel am strassenrand wird immer gewaltiger und zieht langsam aber sicher auch meine aufmerksamkeit auf sich und ich beginne auch wieder zu rechnen und in meinen körper zu horchen. letzterer fühlt sich ganz gut an, das schon gewohnte zwicken und zwacken im linken oberschenkel zwar, aber nichts bedrohliches, und so denk ich bei mir, dass ich eigentlich nur konstant unter 4:50 bleiben muss, um meinem eigenen anspruch an den berlinmarathon zu genügen. kurz kommt die sonne heraus und läßt mich ein hitzedesaster ähnlich wie in salzburg befürchten, die sorgen erweisen sich aber als unbegründet. so laufe ich munter vor mich hin, freue mich über die vielen fangruppen aller möglichen nationalitäten am strassenrand, von denen vor allem die dänischen einen höllenlärm veranstalten, wenn sie eigene landsleute ausmachen, klatsche erstmals auch kinderhände ab und werde erst wieder bei der labestelle vor km 26 empfindlich gebremst und schaffe es auch nicht, diesen zeitverlust auf km 27 auszugleichen. nach km 28 beginnt dann doch einigermaßen der moment, an dem erste durchhalteparolen angesagt sind, aber die aussicht, bei km 37 frau und bekannte zu sehen, die vielen leidensgenossInnen um mich und der wahnsinnstrubel am strassenrand egalisieren den kräfteverschleiss durch den doch sehr unrhythmischen lauf noch bestens. kilometer um kilometer wird mit guten zeiten gefressen und die 35-kilometermarke beschert mir zwar die schnellste 5 km-zwischenzeit des tages, macht mir aber deutlich klar, dass ich kein endloses kräftereservoir mehr habe. prompt nehme ich auch beim nächsten verpflegungsstand 2 becher getränke auf und bleibe auch kurz stehen, um sie auszutrinken. das kostet sinnloserweise zeit, die mir später abgehen wird, aber zu diesem zeitpunkt erlebe ich meinen heutigen tiefpunkt. langsam laufe ich wieder an und quäle mich am linken strassenrand in richtung kilometer 37, wo meine frau stehen sollte. das tut sie aber nicht und langsam will sich verzweiflung in mir hochkämpfen, als ich nach weiteren gut 400 metern endlich birgit, pepperl, petra, janine und auch ulf ausmache, die mich nochmals kräftig anfeuern und in mir neues leben erwecken. ich schaffe es, sie anzulächeln und beginne mir langsam das brandenburger tor vorzustellen, wie es nach einer letzten kurve so vor mir auftaucht. der läuferInnenstrom um mich ist nebenbei bemerkt ungebrochen und wir brauchen noch ein ganz schönes stückchen des weges, bis es tatsächlich soweit ist und wir auf die letzte gerade einbiegen. ab diesem zeitpunkt läuft nur noch die euphorie in mir, ausgelöst durch die jubelnden mengen am strassenrand. ich reisse bei jedem fotografen, der da am boden sitzt, die hände in die höhe und laufe und laufe und laufe. erst durchs brandenburger tor, dann einige hundert meter dahinter durchs ziel. ein letztes mal die hände in die höhe und ich kann langsam stehenbleiben. geschafft, wahnsinn, fast ohne einbruch und zwar sehr erschöpft, aber nicht vollends am ende. meine stoppuhr drücke ich, wie so oft, auch erst verspätet ab, und so kenne ich meine zeit nicht wirklich, hoffe aber noch, unter 3:25 geblieben zu sein. meine medaille wird mir umgehängt und ich schiebe mich mit all den anderen läuferInnen weiter zur getränkeaufnahme, zum redbull-zelt, stelle mich endlos für einen halben becher bier an, hole mein kleidersackerl, rauche eine, schaffe es mich irgendwie in der enge der umkleidezelte zu duschen und umzuziehen und verlasse erst nach ca. 1 1/2 stunden den zielbereich. dann suche ich die ausgabe der vorläufigen urkunden auf, um mein ergebnis zu erhalten:
03:25:14 - 4.357. von 26.041 finishern, 714. von 4.456 meiner alterklasse
doch noch über 3:25, aber der 2. halbmarathon nur um 14 sekunden langsamer, als der erste, und eigentlich nur ein kurzer einbruch um kilometer 36, insgesamt aber sehr kontinuierliche zeiten. allen grund dennoch mehr als stolz zu sein, vor allem, weil auch das läuferInnenfeld deutlich schneller war, als ich anhand der vorjahresergebnisse angenommen hatte und wohl auch darin der starke verkehr auf der straße begründet war. und ganz nebenbei war ich dann doch auch teilnehmer eines laufes, bei dem nach jahren wieder einmal der weltrekord durch den äthiopischen wahnsinnsläufer haile gebrselassie gefallen ist. :-))
ich gehe weiter zum brandenburger tor, zünde mir eine zigarette an, was eine deutsche ziemlich ins staunen versetzt, wie mir scheint, und frage mich, wie ich nun auf die andere seite richtung potsdamer platz kommen soll. die lösung ist genauso einfach, wie genial. es gibt eine zuschauerinsel "unter den linden", die dadurch angesteuert wird, dass man die läuferInnen mal links daran, mal rechts daran vorbei durchs brandenburger tor lotst und so die möglichkeit schafft, dass leute die straße queren. auf der ebertstraße rufe ich meine frau an, um festzustellen, dass die nicht wie vereinbart im sony-center sitzt und mir einen platz warmhält, sondern sich noch im zielbereich herumtreibt. ich bin ein wenig ungehalten am handy, wobei der ärger wohl eher meiner zerstörtheit und meinem riesendurst zu diesem zeitpunkt entspringt, bin aber sofort versöhnt, als ich pepperl wenig später mit einem becher bier auf mich zusteuern sehe. ;-) nach einem kräftigen schluck bin ich auch endlich in der lage, gratulationen entgegen zu nehmen, schaffe es, auch meine frau wieder zu versöhnen, die ob meines ärgers wiederum kurz verärgert war, und wir bewegen uns zu einem (etwas seltsamen) italiener, bei dem ich mit spaghetti und einem weiteren bier zweitversorgt werde. dort rufe ich auch meinen sohn lukas an, der die restliche verwandschaft informieren soll, die nebenbei bemerkt teilweise zu hause vor den fernsehapparaten saß und dem marathon zusah, und schreibe karin die versprochene SMS mit meiner zeit. im anschluss fahren wir zurück in den wedding und nehmen dort bei schradders noch ein getränk zu uns. dabei erhalte ich ausreichend gelegenheit, meiner begeisterung über den lauf ausdruck zu verleihen und nehme auch die euphorie der anderen wahr, die durchaus von diesem mega-event auch auf zuschauerseite mehr als nur angetan waren. ein kurzer sprung zu janine in die wohnung, wo ich kurz ins internet schaue und zu meinem erstaunen feststelle, dass ich als deutscher läufer ausgewiesen bin, was bei meinen leuten zu hause ein wenig verwirrung stiftete. wir verabschieden uns von petra und pepperl, die zurück nach kassel fahren und legen uns in der pension auf ein kurzes schönheitsschläfchen hin. birgit ist von der idee angetan, dass wir die abschlussparty des marathons im postbahnhof beim ostbahnhof aufsuchen, was wir dann auch machen. allerdings verlassen wir die veranstaltung recht bald wieder, weil uns stehtische, rauchverbot und selbstbedienung an diesem abend doch zu mühsam und auch nicht durch die ankündigung, dass der neue weltrekordler noch vorbeikommen wird, aufzuwiegen sind. wir suchen also wieder unseren italiener auf, essen gut und gemütlich und fallen irgendwann todmüde in unsere betten. ein wunderbarer und ereignisreicher tag ist zu ende.
die folgenden drei tage waren dann ganz dem extrem-sightseeing durch potsdam und berlin gewidmet, bei dem birgit und ich nicht nur unsere 7-tageskarten für die öffentlichen verkehrsmitteln bestens nutzten (ich verstehe nicht, wie mensch in einer stadt wie berlin mit dem auto fahren kann), sondern auch zumindest noch einmal die marathondistanz gehender weise hinter uns brachten. interessant war es, schön war es, anstrengend war es und mit dem silbermond-konzert am tag der einheit vor dem brandenburger tor, bei dem wir wieder unter sehr vielen menschen erleben durften, wie friedlich die welt doch sein kann, auch bestens abgerundet. schade nur, dass wir die badestrände am wannsee nicht zu gesicht bekamen, auch wenn es nicht ganz unlogisch ist, dass wir das strandbad im oktober verschlossen vorfanden. die gemütlichen abende bei gutem essen und berliner pils waren jedenfalls bestens verdient und wir hatten uns schon so gut in berlin eingelebt, dass wir ohne bedenken wildfremden menschen auskunft geben konnten, was sie wo finden könnten. ;-)
die heimfahrt am donnerstag verlief ohne besonders viel verkehrsaufkommen und ohne regen, mit dem besten wissen, dass berlin allemal eine reise wert ist, wenn dann noch mit einem marathonstart garniert, umso optimaler. irgendwann kommen wir sicher wieder.
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