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[16.06.2012] 10 km Straßenlauf Parndorf
trainingslauf, hitzeschlacht und noch keine wiederauferstehung ...
nach den sehr gut gelungenen ersten vier trainingswochen machte sich doch eine gewisse mattigkeit in meinem körper breit, und ich war montags nicht undankbar, dass die nächsten tage als vorbereitung für die 10 kilometer in parndorf dienen sollten. dienstags manifestierte sich dann, dass mir einfach noch die notwendigen tempoläufe fehlen, denn zum fünften geplanten 1000er konnte ich mich einfach nicht mehr überwinden. und auch die vier absolvierten intervalle fühlten sich viel zu hart an. so war mir klar, dass ich für einen schnitt von 4:30-4:36 (wie laut trainingsplan vorgeschlagen) noch eindeutig zuwenig kraftausdauer aufgebaut habe und ich freundete mich mit dem gedanken an, parndorf einfach als trainingslauf unter wettlampfbedingungen zu laufen. nichts desto trotz hielt ich auch den rest der kurzen taperingphase ein, einfach um zu sehen, ob sich mein körper damit einigermaßen gut erholen würde. ab donnerstag wurde es dann auch wirklich etwas weniger mühsam, wenn auch immer noch nicht besonders locker.
freitag am frühen nachmittag brachen birgit und ich dann in richtung unseres feriendomizils im burgenland auf. vor allem auch, um abzuchecken, ob diesmal die rahmenbedingungen für unseren sommerurlaub (schwimmbad und co) wieder passen würden. und siehe da, am westhof angekommen stellten wir sofort fest, dass wasser im pool war. pumpe war zwar noch keine im betrieb und das machte birgit auch ordentlich nervös, aber der heuer wieder sehr gepflegte eindruck der anlage machte zumindest mich schon einmal vorsichtig optimistisch. und so fuhren wir nach andau, um ein wenig im schotterteich zu baden. zurück am westhof sahen wir nicht nur hansi, der im gegensatz zum vorjahr wieder gut erholt aussah, sondern vernahmen auch das schnurren der wasserpumpe. somit war der erste zweck der reise einmal bestens erfüllt, und nach einem kurzen aber (samt tempotest) langsamen läufchen tauchten wir sogar noch einmal ins eiskalte becken, bevor wir den warmen abend genossen.
samstags in der früh um sieben wurde aufgestanden und der neue tag gleich einmal mit einem kurzen besuch des schwimmbads eröffnet. das machte munter und nach zwei kaffe brachen wir um 8 uhr gut gelaunt nach parndorf auf. birgit versuchte mich den lauf betreffend doch noch ein wenig aus der reserve zu locken, aber für mich stand fest, dass es ein möglichst ruhiger trainings-tempolauf mit einer anvisierten pace von 4:45 werden sollte. als wir auf der autobahn dann im radio hörten, dass es vereinzelt schon deutlich über 20° C hatte, wurde mir aber auch nicht wirklich warm ums herz. egal, um 8:45 hatte ich mich tatsächlich nachgemeldet (und nicht wie vor zwei jahren doch noch gekniffen), freute mich doch ob der stimmung vor dem lauf und der vielen engagierten läuferInnen, setzte mich aber mit birgit ins kaffeehaus, um nicht unnötig der prallen sonne ausgesetzt zu sein. eine viertel stunde vor dem start suchten wir uns dann ein schattiges wiesenplätzchen (viel gab's nicht davon), ich schnürte mir den chip in die laufschuhe, und gab mir weiter mühe, dass nicht doch noch eine wettkampfstimmung in mir aufkäme, die mich zu einem unüberlegt schnellen start verleiten könnte.
kurz vor 9:45 reihe ich mich (ohne mich auch nur einen einzigen meter eingelaufen zu haben, und entgegen meiner sonstigen gewohnheiten) ganz hinten ein, und warte gelassen auf den start. mal loslaufen, nach einem kilometer schaun wie ich liege, und dann den lauf so gut wie möglich einzuteilen und über die bühne zu bringen, ist die erklärte devise. nach 12 sekunden (es gibt nur bruttozeitnehmung) drücke ich meine stoppuhr ab und laufe munter drauf los. natürlich doch auch schon fest am überholen, weil es eben noch langsamere läuferInnen im feld gibt. ich fühle mich ganz gut als ich bei 4:52 meinen ersten kilometer abdrücke, wenngleich mich der umstand, dass es keine wolken am himmel und keinen schatten auf der strecke gibt, schon zu diesem zeitpunkt leicht zweifeln lassen. daran nämlich, ob meine idee, zumindest die dritte runde mit vollem einsatz zu bestreiten, realisierbar sein würde. kilometer 2 in 4:42 machen mich kurz zuversichtlich, kilometer 3 mit 4:49 fühlt sich auch noch ganz ok an. aber spätestens jetzt macht sich die brütende hitze mehr als nur deutlich bemerkbar, und ich bin sehr froh, dass ich mir nach start und ziel etwas wasser über den kopf leeren kann. auf der zweiten runde beginnen schon reihenweise läuferInnen kurze gehpausen einzulegen, und auch ich werde langsamer, ohne dass ich mich schon deutlich erschöpft fühle. kliometer 5 und 6 sind zumindest zeitmäßig noch ganz ok. als ich mich auf in die dritte runde mache und mir das wasser, das ich mir neuerlich über den kopf schütte, keine erleichterung mehr bringt, ist mir klar, dass ich sicher zu keiner temposteigerung mehr in der lage sein werde. zu knallhart brennt die sonne inzwischen herab, zu sehr habe ich schon damit zu tun, genügend luft zu bekommen, und auch die beine fühlen sich deutlich müder an. so will ich schlichtwegs nur mehr schnell genug sein, um wenigstens unter 50 minuten zu bleiben, und konzentriere mich umso mehr darauf, wie es den anderen läuferInnen rund um mich so geht. denn auch wenn ich langsamer werde schaffe ich es noch, andere zu überholen. als dann die kilometertafel 8 auftaucht, wo ich eigentlich (matschbirnig und gedankenverloren) schon den 9er erwarte, lege ich erstmals selbst eine kurze gehpause ein, bevor ich unmittelbar nach der rücküberholung durch eine läuferin wieder anlaufe und mich an deren spuren hefte. 5:09 für den neunten kilometer ist die rechnung für diese kurze schwäche, aber jetzt versuche ich nochmals etwas tempo zu machen und überhole wieder munter weiter. verzweiflung und kurze atemnot überreden mich nochmals zu einer gehpause, um dann wenigstens die zielgerade mit anstand passieren zu können. als sich mir von hinten schritte nähern laufe ich aber wieder an, und habe noch genug ehrgeiz in mir, mich gegen das zurücküberholt werden zu wehren, mit letzter kraft tempo aufzunehmen und recht erleichtert über die ziellinie zu laufen. die stoppuhr wird abgedrückt und ich beibe auch sofort einmal kurz stehen. birgit hat unser schattiges plätzchen brav besetzt gehalten und ich lege mich für ein paar minuten ins gras, um mit geschlossenen augen auszuschnaufen. als ich mich wieder aufsetze habe ich mich schon wieder gut erholt, und nehme halt zur kenntnis, dass ich immerhin mitgelaufen bin, brav gekämpft, die hitze aber letztendlich nicht besonders gut verkraftet habe.
49:26 netto (49:38 brutto) und 61. von 130 teilnehmerInnen, die den lauf beendet haben, sind zwar neuerlich keine heldentat, schon gar keine wiederauferstehung als ernstzunehmender wettkämpfer, aber als wettkampf hatte ich das ganze heute ohnehin nie empfunden. also schwamm drüber, als trainingslauf verbucht und in die zukunft geschaut. denn immerhin hatten 13 läuferInnen das ziel gar nicht gesehen.
birgit und ich besuchten noch kurz das stadtfest und fuhren dann zurück zum westhof, wo wir uns nach kurzem besuch des schwimmbeckens der sonne entzogen, und erst am nachmittag nach andau zum schottersee fuhren, um später noch einen angenehmen abend im burgenland zu verbringen. voller freude und glückseligkeit, vor allem weil hier am westhof wieder alles seine richtigkeit hat.
sonntags zurück in leoben drehte ich gegen 15:00 eine kurze, langsame runde, und stellte dabei sehr beruhigt fest, dass den beinen gar nichts fehlt, sondern einfach die hitze die gewohnten probleme macht. so harre ich der nächsten wochen des trainings und bleibe guter dinge, einstweilen. :-))
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