Titel gelaufen Untertitel
[20.06.2009] 10 km Straßenlauf Parndorf
ernüchterung und herbe enttäuschung obendrein ...
wie schon im vorjahr, machten sich auch heuer wieder meine frau und ich auf in den seewinkel, um kurz vor dem sommerurlaub unsere bleibe ein wenig zu checken und ein ruhiges wochenende zu genießen. anders als im vorjahr, wo mich eine oberschenkelverletzung kurzzeitig ausser gefecht gesetzt hatte, wollte ich heuer den 10 kilometer-lauf in parndorf mitnehmen. so als ersten wiedereinstieg ins wettkampfgeschehen 2009. im burgenland angekommen, präsentierte sich das wetter noch hochsommerlich und nach einem kurzen abschlussläufchen wagte auch ich den sprung ins schwimmbecken, und wir genossen die späte nachmittagssonne und die sommerlichen temperaturen. wohl wissend, dass spätestens in der nacht der kälteeinbruch und auch der regen den seewinkel erreichen würde.
der morgen am samstag präsentierte sich dann auch mit leichtem nieselregen, was aber an sich nicht wirklich stören sollte, und so machten wir uns um 8 uhr auf nach parndorf, wo ich mich noch für den lauf nachmelden mußte. das ging überraschend schnell, und so hatten wir zeit, uns kurz in eine bäckerei auf einen tee und ein mineralwasser zu setzen, und ich erklärte birgit die funktionsweise der digicam, auf dass sie das eine oder andere foto von mir machen würde! meine laune war gut, mein körperlicher zustand in ordnung und meine erwartungen nicht allzu hoch geschraubt. aber eine zeit deutlich unter 43:00 würde wohl drinnen sein, wenn ich mein training der letzten tage überdachte. so ging ich mich noch kurz einlaufen, versuchte ein paar kurze steigerungen und merkte, dass es sich auch nicht viel ausgeruhter anfühlte, als die tage zuvor. egal. ab richtung start und erstaunt darüber, dass der nicht in die von mir vermutete richtung erfolgen würde. keine nettozeitnehmung also, dass hieß, mich doch so weit wie möglich vorne zu platzieren. argwöhnisch betrachtete ich drei junge frauen, hinter denen ich zum stehen kam, weil ich mir einfach nicht vorstellen konnte, dass die wirklich schnell losstarten würden. aber ich stand vielleicht 5 meter hinter der startlinie, da würd' ich dann wohl bald ins laufen kommen. richtige wettkampfstimmung hatte sich ohnehin nicht aufgetan bei mir. das hielt zwar auch die nervosität in grenzen, aber auf adrenalinschübe würde ich heute wohl nicht hoffen können. zu trostlos war die wettermäßige stimmung an diesem morgen, auch wenn's natürlich optimales laufwetter wäre, im normalfall. aber der sturz von sonnig warmen 28° C auf verregnete 14° muss auch erst einmal verkraftet werden. vor allem, weil birgit und ich ja vorhatten, uns nach dem lauf beim anschließend stattfindenden straßenfest zu vergnügen.
genug der gedanken, es wird von 30 heruntergezählt und los geht's. wie erwartet braucht es ein wenig zeit, bis ich die langsamen läuferInnen vor mir umkurvt habe, aber dann finde ich bald in meinen schritt und der fühlt sich nicht besonders locker an. nachdem ich auch nicht weiss, ob und vor allem wie der lauf kilometriert ist (immerhin starteten wir einige 100 meter vor dem ziel in die andere richtung), befürchte ich ein wenig, dass ich so bald keinen aufschluss über mein tempo bekommen würde. und erstmals hoffe ich, dass ich klar zu schnell bin, damit ich eine erklärung für die mühe mit dem tempo habe. das feld zieht sich schnell auseinander und die gegend ist wenig aufregend, so dass ich kein problem habe, bald eine kilometertafel zu erspähen. die ist allerdings für kilometer 7 (der lauf geht über drei runden) und damit ist wenigstens klar, dass es überhaupt kilometerschilder gibt. ein blick auf die uhr zeigt mir, dass ich für kilometer 1 ohnehin sehr viel zu früh dran gewesen wäre. das schild für kilometer 4 wird passiert und schön langsam werde ich (mit blick auf uhr) nervös, dass ich das schild für kilometer 1 noch nicht sehe. das steht dann aber gleich in der nächsten kurve und wird mit 4:07 passiert. so weit so gut, die zeit ok, vor allem wenn man auch den etwas verzögerten start mit einbezieht, aber das dazugehörige feeling sagt mir deutlich, dass dieses tempo auf 10 kilometer nicht annähernd zu halten sein wird. aber egal, schaun wir mal, wie der zweite kilometer so läuft, dann habe ich einen echten anhaltspunkt. das tempo wird automatisch etwas langsamer, ohne dass ich mich dazu hätte zwingen müssen. auch kein gutes zeichen. so sehne ich mich den ganzen kilometer lang nach der nächsten tafel, die ich auch endlich nach den schildern für kilometer 8 und 5 in 4:23 passiere. das wird nix, denke ich mir, und versuche kurzfristig das tempo zu erhöhen und die läuferin, die ich schon die ganze zeit knapp vor mir habe, zu überholen. das gelingt mir auch, hilft mir aber nicht über mein unvermögen, tempo zu machen. kilometer 3 in 4:27 spricht dafür bände. ich komme endlich erstmals am ziel vorbei, habe zwar die luft, meiner frau zuzurufen, dass sie mich mehr von vorne aufnehmen soll (robis bilder in graz von der seite waren mir als sehr verwackelt noch in erinnerung), ich schaffe es aber einfach nicht, auf's tempo zu drücken. und so mache ich mich mutlos auf in die zweite runde und muss langsam immer mehr läufer an mir vorbeiziehen lassen. kilometertafel 4 schleicht in 4:33 an mir vorbei und ich überlege mir den ganzen nächsten kilometer ernsthaft, ob ich aussteigen soll. bei kilometer 5 in 4:31 habe ich mich wieder an eine kleine gruppe mit läuferin geheftet und zwar die ausstiegsgedanken überwunden, aber ich weiss, dass das heute bestenfalls noch eine sub 44 wird, wenn überhaupt. kilometer 6 in 4:30 stellt aber auch das sofort in frage und so komme ich ein zweites mal an start und ziel vorbei, wo ich birgit nur mehr traurige blicke zuwerfe. mit anstand fertig laufen ist mein einziger gedanke und die letzte runde zockle ich eigentlich nur mehr verbissen vor mich her. weiter werde ich nur überholt ohne je selbst irgendwen zu überholen, und ich komme in 4:38 zur kilometertafel 7, in 4:30 zu kilometertafel 8 und rechne mir aus, dass ich normalerweise wenigstens die sub 45 retten kann. bis zu kilometer 9 (in 4:36) sammle ich - als einziges "highlight" der dritten runde - 2 damen der konkurrenz (WIFI) auf, die wohl erst auf ihrer zweiten runde sind, die kleine gruppe mit läuferin hat sich aber schon lange abgesetzt. anstatt - wie auch im schlechtesten fall üblich - auf dem letzten kilometer noch einmal ordentlich auf's tempo steigen zu können, verbummle ich auch noch die sub 45. da hilft mir auch ein kurzer "zielsprint" nicht, der durch den blick auf die zeitnehmung ausgelöst wird. auf der zielmatte überrunde ich noch eine dritte WIFI-lady, und werde damit dem bfi-slogan "schneller am ziel" zumindest diese "konkurrenz" betreffend deutlich gerecht, aber aufheitern kann mich das zu diesem zeitpunkt nicht annähernd.
45:04 62. von 182 teilnehmerInnen (16. M40 von 47)
nicht einmal fürs erste drittel hat's also gerreicht. mit furchtbar enttäuschtem gesicht gehe ich zu meiner frau, die mich auch gar nicht erst zu trösten versucht, und zieh mir ein trockenes shirt und meine fleece-jacke über. etwas verloren treiben wir uns noch eine zeitlang im zielgelände herum, ich tausche auch mein tight mit der langen jogginghose und zieh' mir andere schuhe an, und wir beklatschen noch ein paar eintreffende läuferInnen. nachdem sich meine frau noch über einen wohl bescheuerten wiener ärgert, der mich mit zornigem blick auffordert, den "tschick" wegzuschmeissen, weil das ja schließlich eine laufveranstaltung ist (ich denk' mir nur, dass dieser militante nichtrauchende hirsch wahrscheinlich noch deutlich langsamer war, als ich), machen wir uns auf zum platz, wo das stadtfest stattfindet. dort setzen wir uns hin, essen ein bratwürstel und ich bekomme mein nicht ganz verdientes bier. wir beobachten dann noch eine zeitlang unter unserem regenschirm das trotzdem recht gut besuchte treiben. als der regen aber deutlich mehr, statt weniger wird, werfen wir das handtuch, und machen uns auf zurück an den westhof. dort stellen wir wie immer fest, dass der seewinkel (auch bei regen) jederzeit ein wochenende und mehr wert ist. parndorf deswegen allerdings nicht zwangsläufig auch.
schwamm drüber und nächstes jahr besser gemacht.
[zurück zur Übersicht]