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augen zu und durch, aber wenn, dann richtig
mein bewegungsdrang weitet sich aus, mein persönlicher irrsinn auch ...
nachdem keine bewegung für mich auch keine lösung war, nutzte ich meinen termin beim hausarzt, der eigentlich nur der abklärung des heilungsprozesses meines abszesses dienen sollte, dazu, meine weitere sportliche zukunft zu besprechen. der machte mir entsprechend mut, weiterhin viel zu gehen und auf diese art mein knie zu stärken vor allem aber den knorpelaufbau anzuregen. ja er empfiel mir sogar, mit dem laufen zu beginnen, was ihm selbst über seine eigenen knieprobleme hinweggeholfen hatte. das laufen negierte ich für mich sofort, alleine schon, weil es eben nie meines gewesen war und auch aus gewichtstechnischen gründen. dafür lies ich mir noch eine 3 monatige tablettenkur für den knorpelaufbau verschreiben und blickte wieder optimistisch in die zukunft.
meine wunderbare frau birgit, ich und die berlin-jackenmeine walkerischen ambitionen wurden verstärkt, vor allem was die geschwindigkeit meines schrittes betraf, und auch meine frau birgit wurde zumindest am wochenende als begleiterin hinzugezogen. sie überredete ich, sich gescheite walkingschuhe im laufgeschäft zu kaufen und auch entsprechende stöcke dazu, um mit meinem tempo einigermaßen mithalten zu können ich selbst grub meine asics aus, die ich mir ja vor 2 jahren gekauft hatte. und so gehörten die folgenden wochenenden im wunderschönen oktober und danach vor allem ausgedehnteren spaziergängen mit birgit, die uns auch bergauf in die teils wunderschöne waldlandschaft unserer näheren umgebung in seegraben führten. ausgerüstet mit unseren schwarzen regenjacken, die wir uns im vorjahr in berlin gekauft hatten, mußten wir dabei teilweise ein seltsames bild abgegeben haben. aber uns hat's gefreut und vor allem taten wir gemeinsam etwas. birgit sei auch besonders lobend dafür erwähnt, dass sie mich auch essenstechnisch auf eine ernsthaft gesund zu nennende ernährung umgestellt hat, die wohl ein weiterer schlüssel meiner gut voranschreitenden gewichtsabnahme war. wenn ich alleine unterwegs war, baute ich zwischendurch auch immer mehr streckenteile ein, die mich bergauf führten, vor allem aber wurden meine spaziergänge wirklich immer flotter und ich weitete sie bei jeder sich bietenden gelegenheit nicht nur längenmäßig sondern auch zeitmäßig aus. so führten sie mich zwischendrin über mehr als 12 km und dauerten auch stets länger als 90 minuten bis hin zu 2 stunden. und das tag für tag, ohne unterbrechung.
aber nicht nur mein gewicht reduzierte sich, auch meine laune besserte sich zusehend, wenn ich unter anderem der meinung meiner kollegInnen glauben schenken durfte.
und auch meine macken nahmen zu. so stieg ich am tag unendlich oft auf die waage: sofort nach dem aufstehen, nach dem klogang noch einmal, vor dem spazierengehen, nach dem spazierengehen, vor dem abendlichen heissen bad, danach und noch manches mal öfter. ausserdem kultivierte ich beim alleine gehen wieder meine selbstgespräche das thema abnehmen betreffend und zwar in form von interviews, die ein fiktiver reporter mit mir, einem fiktiven erfolgstrainer, der quasi eine mannschaft betreute, führte. immer sehr genau meine exceltabelle vor augen, die mir ganz genau zeigte, was ich woche für woche so abgenommen hatte, wie ich im vergleich zu meinen möglichen minimal- bzw. maximalwerten lag und überhaupt. des weiteren ritualisierte ich meine abende derart, dass ich nach dem baden immer versuchte, den konsum meines wohlverdienten speiseeises (ein luxus, den ich mir zu gönnen begann, nachdem mein italiener in die herbst-winterpause ging) und der 2-3 flaschen bier, die ich mir nach wie vor genehmigte (und auch heute noch genehmige) solange wie möglich hinauszuzögern, um den genuss und den belohnungseffekt derart noch zu steigern.
zwischendurch bestellte ich mir zwei neue jeans beim universalversand, marke wrangler, weil ich die schon zu schlankeren früheren zeiten immer gerne getragen hatte, um dem lächerlichen bild, das ich inzwischen mit den jeans, die ich mir im sommer im burgenland gekauft hatte, zu entgehen.
und so fand ich mich kurz vor weihnachten, am 19.12. bei unglaublichen 94,7 kg wieder (das war weniger als vor 5 jahren bei meiner letzten gewichtsreduktion, unter 100 hatte ich mir erhofft) und freute mich wie ein christkind darüber. auch beschloss ich nach einer 3 wöchigen pause, die weihnachtsferien schienen mir nicht dazu angetan, mich besonders zu quälen, nochmals 20 wochen bewußte gewichtsreduktion draufzulegen und dann irgendwann im frühjahr endlich wieder ein mountainbike zu kaufen und meinen vorsatz wahrzumachen, wieder mehr sport zu betreiben, der mir auch spass macht (auch tennis und so).
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