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herzfrequenzmessung
[12.11.2006] versklavung, technischer schnickschnack oder sinnvolle ergänzung ...
wenn ich meinen heutigen regenerativen lauf hernehme, der mit abstand langsamste seit ich mein lauftagebuch führe, oder auch die ersten extensiven läufe nach der pause in loipersdorf, dann müßte ich meine neuerworbene pulsuhr wieder ins eck schmeissen und mich der meinung peter greifs anschließen, der ganz klar das strikte laufen nach herzfrequenz als leistungshemmend sieht und daher das laufen nach zeitvorgabe klar bevorzugt.
wenn ich aber einbeziehe, dass laufleistung insgesamt ganz stark von verschiedenen faktoren abhängt bzw. von diesen entscheidend verändert werden kann, dann sehe ich die sache schon wieder gelassen: so sollen sich ja bekannterweise tagesverfassung, das wetter oder auch die art der laufbekleidung ganz maßgeblich (nicht nur) auf die pulsfrequenz auswirken.
und tatsächlich ließen mich der heutige teilweise starke regen bzw. der böige wind ganz automatisch langsamer laufen, ohne dabei allzusehr auf meine pulsfrequenz zu achten. daher braucht mich die zeit (mit nebenbei sehr niedriger frequenz) nicht weiter zu verwundern. sie ist durchaus folgerichtig. und da inzwischen auch meine extensiven läufe wieder im vorgenommenen geschwindigkeitsrahmen liegen, sind die ersten sehr viel langsameren läufe wohl schlichtwegs dem umstand geschuldet, dass ein gerade absolvierter marathon tatsächlich jene extreme körperliche beanspruchung darstellt, von der es sich erstmals zu erholen gilt. auch wenn ich mir das selbst nicht annähernd zugestehen wollte.
heißt also, dass sehr viel der ungebremsten lauflust und dem eigenempfinden überlassen bleiben darf, heißt aber auch, dass die herzfrequenzmessung durchaus aufschluss darüber geben kann, wo die eigenen leistungsgrenzen sind oder wie sich die eigene form so entwickelt. ein wertvolles hilfsmittel zur überprüfung der eigenen leistungsfähigkeit, aber kein alleine seligmachendes "um und auf" des täglichen trainings. die richtige mischung macht's wohl aus. und so hoffe ich, dass mir das lästige piepsen des zonenalarms im gezielten marathontraining vor allem dann ein treuer freund sein wird, wenn ich wie vor dem grazmarathon dazu neige, meine langen läufe zu schnell zu laufen. das könnte dann der schlüssel dazu sein, dass die letzten 6 km beim nächsten marathon erträglicher werden, als zuletzt. mal abwarten.
für jene, die einfach aus spass an der freude laufen, ist pulsmessung möglicherweise wirklich nur unnötiger technischer schnickschnack. aber all jene, die einen leistungsorientierteren ansatz haben, um bestzeiten zu verbessern oder einen marathon ernsthaft durchstehen zu können (und das geht dann nicht mehr so nebenbei), sollten selbst entscheiden, nicht ob sondern wie sie herzfrequenzmessung einsetzen: als religionsähnliche selbstversklavung oder als sinnvolle trainingsergänzung. einsetzen sollten sie diese jedenfalls.
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