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training nach jahresplan von peter greif
[29.10.2007-18.05.2008] eine kurze betrachtung ...
gleich vorweg. auch der jahresplan ist natürlich gleich dem CD nicht individuell sondern massenware, die lediglich über die ansprache mit vornamen in den begleittexten, die angegebene 10 kilometer-steuerzeit und die anzahl der trainingstage personalisiert ist.
dennoch hat der plan seinen reiz und war mir sehr hilfreich bei der eigenen weiterentwicklung. die innere logik gleicht dem CountDown auf's haar. montag gibt's meistens tempodauerläufe (mal länger, mal kürzer), mittwochs die verschiedensten intervalle und wiederholungsläufe und samstag den langen lauf, bei dem man innerhalb kürzester zeit die 35 kilometer erreicht. dienstags und freitags gibt's extensive füllläufe, die bis zu 20 kilometer lang werden können, am sonntag ist ein 1 1/2 stündiger regenerativer lauf am programm. als ruhetage werden zuerst der donnerstag, dann der dienstag und zuletzt der sonntag angesetzt, wenn man weniger als 7 tage trainieren will.
motto bei allen einheiten "viel ist viel", manchmal einfach zu viel. bei den tempoeinheiten wird zwar viel variiert, aber aus meiner sicht mit diesen variationen deutlich übertrieben. auf ruhewochen, von denen man ja anderswo sehr oft liest (3 wochen belastung, 1 woche regeneration), wird vollkommen verzichtet. diesbezügliche nachfragen werden meist mit dem argument, dass wir greifianer ja keine weicheier sind, beantwortet, wie peter halt überall zu sehr markigen sprüchen neigt, um seinem image als harter hund und schleifer der nation gerecht zu werden. man sollte sie also nicht allzu ernst nehmen. ganz so schlimm ist's dann nämlich auch nicht, wenn man seine pläne genauer beleuchtet, denn zum einen baut er zwei mehrwöchige regenerationsphasen in seinen jahresplan ein (november, juli), zum anderen werden gewisse tempoeinheiten anderswo durchaus schneller oder mit deutlich kürzeren trabpausen gelaufen. als saisonhöhepunkte hat er den hamburg-marathon und den berlin-marathon (bzw. die daten der beiden läufe) im programm und dementsprechend ist die berühmt berüchtigte endbeschleunigung bei seinen 35ern auf diese beiden termine ausgerichtet. bei bedarf kann man aber jokerpläne anfordern (kosten aber extra), die auf einen anderen termin abgestimmt sind.
ein großer vorteil des plans ist, dass er das tempo der läufe und damit die formentwicklung sukzessive alle 4 wochen mit temposprüngen von 3 sekunden aufbaut, um langsam in richtung saisonhöhepunkt zu gehen, wobei er einen sehr sanften einstieg ins tempo wählt, nach der 4-wöchigen regeneration im november. allerdings zieht er diese logik aus meiner sicht dann nicht konsequent durch, wenn man unterm jahr über ein bestimmtes wettkampfergebnis eine neue steuerzeit bekommt. denn seiner logik folgend ist man im jänner um 9 sekunden langsamer als später im april, was ja auch klar ist, wenn man sich erst im aufbau befindet. würde ich also im jänner bei einer steuerzeit von 42:30 schon tatsächlich eine 42:30 laufen können, müßte er eigentlich als neue steuerzeit eine 41:00 herausrücken, weil ich dann ja schon deutlich weiter wäre, als erwartet. meist läßt er es dann aber bei einem sprung auf den nächsten 30-sekunden-schritt bewenden, in meinem fall waren's also die 42:00 als neue steuerzeit. naja, vielleicht ist er auch nur um- und vorsichtig. ;-)
aber weiter zum thema steuerzeit. nach dieser 10 kilometer-zeit, die man in der heissen periode dann zu laufen im stande sein sollte, richtet er all seine trainingstempi aus, mit der einfachen rechnung, dass eine halbe minute unterschied bei der steuerzeit genau 3 sekunden unterschied bei den einzelnen trainingstempi ergibt. das passt natürlich bei allen trainings im 10 kilometer-wettkampftempo, kann aber bei schnelleren oder langsameren läufen gewaltig streuen. so können einheiten, die einem/r langsamen läuferIn wenig abfordern, weil sie durch diese 3-sekunden-arithmetik sehr großzügig berechnet sind, für sehr schnelle läuferInnen unerreichbar werden.
an seinem aufbau richtung marathon gibt's im grunde genommen dennoch wenig zu bekritteln, man muss seine art der umfänge halt mögen und aushalten. die einheiten, die er dann aber ab mai laufen läßt, waren mir persönlich eindeutig zu kryptisch und zu schnell, vor allem aber mangels verfügbarer 400-meter-bahn auch gar nicht umsetzbar. mit ein grund, warum ich aus dem greiftraining ausgestiegen bin. erwähnenswert auch noch, dass seine prognosen für die marathonzeit aus meiner sicht sehr optimistisch sind, und dass er zusätzlich zum jahresplan jeweils einwöchige vorbereitungspläne für 5 km, 10 km und halbmarathon anbietet, die aber auch mit vorsicht zu genießen sind.
unter erfahrungen findet sich noch ein genaueres resümee zum frühjahr 2008. des weiteren kann man auch im greif-thread bei runnersworld.de so einiges zum thema lesen und lernen.
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